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Lübbecke trauert um Paul Gauselmann

Ehrenbürger 91-jährig verstorben

Lübbecke. Die Stadt am Wiehen trauert um Paul Gauselmann. Der Ehrenbürger der Städte Lübbecke und Espelkamp verstarb am Freitag im Krankenhaus Lübbecke, wenige Tage vor seinem 92. Geburtstag. Mit ihm verliert Lübbecke eine prägende Unternehmerpersönlichkeit von „altem Schlag“, die sich wie kaum eine zweite durch ihr Bekenntnis zur Region und ihren Menschen auszeichnete.

Der Gründer einer global agierenden Unternehmensgruppe der Unterhaltungs- und Freizeitwirtschaft mit Sitz in Espelkamp und Lübbecke hat Gauselmann eine Wirtschaftsgeschichte geschrieben, deren Anfänge an legendäre „Garagengründungen“ aus dem kalifornischen Silicon Valley erinnern. Bereits 1976 ließ er sich mit seinem Unternehmen in Lübbecke nieder und errichtete am heutigen Standort eine Produktionsstätte für seinen ersten eigenen Geldspielautomaten – den „Merkur B“. Über die Jahre hinweg investierte er kontinuierlich in den Ausbau des Standorts.

Als einer ihrer größten Arbeitgeber bescherte Gauselmann der Region nicht nur eine enorme Wirtschaftskraft, sondern auch einen „Platz an der Sonne“ in der deutschen Sportlandschaft: Dass sich der TuS N-Lübbecke als einer von nur drei Clubs seit Gründung der eingleisigen Handball-Bundesliga ununterbrochen in der ersten oder zweiten Liga behaupten kann, wäre ohne den Gönner Paul Gauselmann undenkbar gewesen.

2004 wurde Gauselmann für seine Verdienste um den Wirtschaftsstandort und sein Engagement im Sportsponsoring mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. 2014 folgte zum 80. Geburtstag ein besonderes Geschenk: Aus der „Boschstraße“ im Lübbecker Industriegebiet wurde offiziell die „Paul-Gauselmann-Straße“.

2017 unterstützte Gauselmann mit einer Spende in Höhe von einer Million Euro den Bau des „Medizin Campus OWL“, 2021 spendierte das Ehepaar Gauselmann den Mühlenkreiskliniken für den Krankenhausstandort Lübbecke einen OP-Roboter „Da Vinci X“.

Zuletzt überraschte der nimmermüde Ehrenbürger die Stadt mit einer Spende in Höhe von fünf Millionen Euro – die höchste private Zuwendung, die Lübbecke in seiner 1.250-jährigen Geschichte je erhalten hat. Mit dem Geld werden über seinen Tod hinaus gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Projekte finanziert.

Bürgermeister Philipp Knappmeyer äußerte sich im Namen des Rats und der Bürgerschaft betroffen von dem Verlust. Man habe zwar gewusst, dass dieser Tag irgendwann kommen würde, dennoch fühle es sich an wie ein schwerer Schlag, so Knappmeyer. „Unsere Gedanken sind bei Familie, Freunden und Wegbegleitern.“ Paul Gauselmann hinterlässt seine Ehefrau Karin, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.