Inhalt

Frischer Wind für den Lübbecker Wochenmarkt

Einjähriges Pilotprojekt: Bäcker Dominik Stuwe wird Marktmeister

Lübbecke. Der schwächelnde Lübbecker Wochenmarkt soll eine Frischzellenkur bekommen. Zuständig dafür ist ab sofort Dominik Stuwe. In einem zunächst auf ein Jahr angelegten Pilotprojekt wird der 49-jährige Bäcker im „Nebenberuf“ Marktmeister für das traditionsgeladene Geschäft auf Lübbeckes prominentestem Platz.

Ein Handlungsbedarf in Sachen Wochenmarkt war in den zurückliegenden Monaten immer offensichtlicher geworden. Vor allem mittwochs gab der Markt oft ein trauriges Bild ab, mitunter bestand er gar nur noch aus einem einzigen Verkaufsstand: dem „Bäckermobil“ der Gehlenbecker Handwerksbäckerei Oltersdorf, die von Dominik Stuwe zusammen mit Ehefrau Manon Oltersdorf geführt wird.

Das dünne Angebot war Ausdruck und Ursache des Problems zugleich. Weniger Händler locken weniger Kundschaft an, weniger Kunden versprechen weniger Umsatz, geringere Umsatzerwartungen motivieren weniger Händler – ein Teufelskreis. Ein Ausbruch aus der Abwärtsspirale, so die Erkenntnis, war mit „Bordmitteln“ der Verwaltung allein nicht mehr zu erreichen.

Bürgermeister Philipp Knappmeyer, der die Idee im Gespräch zusammen mit Stuwe und Lübbecke-Marketing-Geschäftsführer Peter Schmüser entwickelt hat, zog im Rat Parallelen zum Umgang mit dem Gewerbezelt auf dem Blasheimer Markt. Auch dort habe man über einen längeren Zeitraum einen schmerzhaften Attraktivitätsverlust und ein stetiges Schrumpfen des Angebots beobachten müssen.

Erst als man die Blasheimer Unternehmer Peter Di Meo und Raimund Hansen, selbst Aussteller im Gewerbezelt, als Organisatoren der Gewerbeschau habe gewinnen können, sei Bewegung in die Sache gekommen. Der Erfolg ist tatsächlich messbar: Schon im ersten Anlauf konnte ein ausgebuchtes Zelt vermeldet werden, und für die nächste Auflage muss die Ausstellungsfläche gar um 300 Quadratmeter wachsen – zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten.

Beim Gewerbezelt sei der Turnaround gelungen, indem man sich „externe Expertise gepaart mit lokaler Verbundenheit“ gesichert habe, so der Bürgermeister. Nach diesem Muster könne auch eine Belebung des Wochenmarkts erreicht werden. Knappmeyer: „Dominik Stuwe ist engagiert, gut vernetzt und hat uns im Gespräch mit seinen Ideen überzeugt.“

Frische Impulse soll unter anderem ein Abendmarkt setzen, bei dem das Hauptaugenmerk weniger auf der Markttätigkeit selbst, sondern vielmehr auf Begegnung, Genuss und Aufenthaltsqualität liegen soll. Man wolle ein „unübersehbares Zeichen setzen, dass uns dieser Ort und seine Funktion für die Menschen am Herzen liegen“, so der Bürgermeister. Knappmeyer: „Unser Marktplatz ist einer der schönsten Orte weit und breit, der seine Qualitäten als Veranstaltungsfläche vielfach unter Beweis gestellt hat. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir hier nicht etwas Tolles auf die Beine stellen können.“

Analog zum Vorgehen bei der Blasheimer-Markt-Gewerbeschau ist auch die Zusammenarbeit mit dem neuen „Teilzeit-Marktmeister“ Dominik Stuwe zunächst auf ein Jahr befristet. Danach wolle man sich zusammensetzen, ein Fazit ziehen und, falls nötig, nachsteuern.