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Karl-Heinz Nunnenkamp in den Ruhestand verabschiedet

Langjähriger Personalratsvorsitzender war fast vier Jahrzehnte im Dienst der Stadt Lübbecke

Lübbecke. Es ist tatsächlich passiert, was kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte: Karl-Heinz Nunnenkamp ist im Ruhestand. Nach fast 49 Arbeitsjahren im Öffentlichen Dienst, davon über 38 Jahre bei der Stadt Lübbecke und fast zwei Jahre nach Erreichen der Regel-Altersgrenze, hat die Verwaltung Abschied von einem besonderen Kollegen genommen, der wie kaum ein zweiter für Kontinuität in der Stadtverwaltung gestanden hat.

Feierstunden fallen im Lübbecker Rathaus durchaus öfter an, aber nur selten geht es so emotional zu wie bei der Verabschiedung von „Komba-Kalle“, wie der 67-jährige wegen seines langjährigen Engagements in der Fachgewerkschaft der Kommunalbeamten im Kollegenkreis etwas frotzelnd, aber liebevoll genannt wurde.

Eingestellt hatte ihn noch der erste Lübbecker Stadtdirektor nach der Gebietsreform, Heinz Tiemeyer. Seither hat Nunnenkamp alle Verwaltungschefs kommen und bis auf einen auch alle wieder gehen sehen. Als langjähriger Personalratsvorsitzender hat er nicht nur zu vielen von ihnen ein enges und vertrauensvolles Verhältnis entwickelt, sondern sich darüber hinaus auch im Kreis der Kolleginnen und Kollegen den Ruf eines „Kümmerers“ erworben, jederzeit ansprechbar und ausgestattet mit herausragender Empathie und Herzlichkeit.

Zum Abschied im Kollegenkreis war wohl auch deshalb einer ins Rathaus gekommen, der eigentlich öffentlich angekündigt hatte, dort nur noch für Ausweisangelegenheiten vorstellig zu werden: Altbürgermeister Frank Haberbosch. Besondere Anlässe erfordern eben besondere Maßnahmen. Und der aktuelle Personalratsvorsitzende Matthias Blum bekannte, es fühle sich „seltsam“ an, den Kollegen zu verabschieden, der bei seiner eigenen Einstellung als Personalrat am Tisch gesessen habe.

Alle Stationen seines Berufslebens aufzuzählen, würde jeden Rahmen sprengen. Das Spektrum reicht vom Panzerkommandanten bei der Bundeswehr in Augustdorf über die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in Soest sowie verschiedene Aufgaben im Sozial- und Ordnungsamt bis hin zum Personalratsvorsitz. Zuletzt unterstützte Karl-Heinz Nunnenkamp die Örtliche Verkehrsbehörde. Zudem war er über einen Zeitraum von zehn Jahren als ehrenamtlicher Richter für Landespersonalvertretungssachen am Verwaltungsgericht Minden sowie drei Jahre lang als stellvertretendes Mitglied im Prüfungsausschuss des Studieninstituts Westfalen-Lippe tätig.

Dafür, dass ihm im Ruhestand keine Langeweile droht, dürfen sich neben Gattin Ina unter anderem vier Kinder zuständig fühlen, das jüngste elf Jahre alt.